ND03 Motor Revision

  • Hallo,

    da ich den Motor und den Zylinderkopf ausbauen musste brauche ich bitte die Hilfe eurer Adleraugen und euer Wissen um den Motor teiweise zu überholen.

    Ich möchte nicht alles auf ein mal posten, sondern Stück für Stück.


    Als erstes ist mir die Steuerkette aufgefallen. Die schein gedehnt zu sein.

    Auch steht das obere Zahnrad der Steuerkette mit seinen Markierungen nicht auf einer Ebene mit der Oberkante des Zylinderkopfes. Bei OT natürlich.

    Man sieht auch, die liegt gar nicht an den Zähnen an.

    photo_2021-10-19_19-45-35.jpgphoto_2021-10-19_19-42-22.jpg

    photo_2021-10-19_19-42-27.jpg

    Die hat auf der kurzen Strecke sicher 2mm Spiel, wenn man sie dehnt und wieder zusammen drückt.


    Soll das so ?

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • Die beiden Markierungen am Zahnrad kriegst Du nur exakt ausgerichtet, wenn die Kurbelwelle mittels Schlüssel (Nuss) durch die Serviceöffnung arretiert ist, da der Motor nicht freiwillig genau an der Marke stehenbleibt. Macht man am besten zu zweit.

    Das Bild, wie die Kette auf dem Zahnrad aufliegt scheint mir normal. Kannst Du die Kette oben am Zahnrad lupfen?

    Sometimes it takes a whole tank of fuel before you can think straight.

  • Volker, es sind nicht meine Hände.

    Ich habe aber das Foto gemacht. 😁


    Roland, das Foto haben wir gemacht so, dass einer die Markierung auf OT gestellt hat. Ich hab dann das Foto gemacht.

    Der Abstand am Grund der Zähne ist 5,5mm.

    Das Zahnrad war am OT um 4mm verdreht.

    Hat da einer evtl. Die Steuerkette falsch auf das Zahnrad gesetzt? 🤔


    Man kann die Steuerkette auf einer Seite schön bis auf den Grund drücken.

    Aber auf der gegenüber liegenden Seite steht sie hoch.

    Das passt irgendwie nicht zusammen.

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • Für mich sieht das auch so aus, als würde die Kette nicht richtig auf den Zähnen greifen. Wenn du unten afu OT bist und oben die Markierung um 4mm versetzt ist, vermute ich, dass da die Nockenwelle um einen Zahn versetzt ist. Entweder hat da einer bei der Montage gepennt oder sie ist dir einen Zahn übersprung eben weil sie so schlecht greift.

  • Den Kettenspanner will ich auf jeden Fall gegen neu ersetzen. Muss nur sehen, woher ich den bekomme.


    In den FAQ habe ich gefunden:

    Eine weitere praxisorientierte Methode die Steuerkette auf Verschleiß zu prüfen ist, die Kette auf das Nockenwellen-Kettenrad zu legen und an den gegenüber liegenden Seiten mit einer Hand auf die Zähne zu drücken. Wenn sich die Kette dazwischen nennenswert vom Kettenrad abheben lässt, ist sie gelängt!


    Das ist bei mir auf jeden Fall so. Also besser ein neue Kette.


    Ist es richtig, dass ich die Kette nach unten raus bekomme, wenn ich die Kupplung und die Ölpumpe zur Revision ausbaue ?

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • Also wenn du die Kupplung und Ölpumpe raus machst, geht die Kette nach unten raus.

    Vorher aber die Mutter auf der Kurbelwelle lösen.

    Ich kennzeichne diese immer, Welle zur Mutter, dass ich sie nachher wieder genau so weit zu mache.

    Ist ein sehr hohes Drehmoment.

    Wirst du den Zylinder abnehmen?

    Wenn ja, kannst du die Kurbelwelle mit einer Holzlatte sehr schonend blockieren um die Mutter zu öffnen.

    Es gibt da auch das Spezialwerkzeug um am Polrad zu klemmen.

    Dann kommt aber ein Verdrehmoment auf die KW, das hier schon als negativ gewertet wurde.

    Es gibt auch die Möglichkeit, mit einem Aluteil die Zahnradparung zwischen KW und Kupplung zu blockieren.

    Hört sich schlimm an, geht aber sehr gut.

    Zum Kettenspanner. Wo streift der denn?

    Das gibt es bei der PD03 so nicht.

  • Noch zwei Fragen.

    Wieviel km hat denn der Motor runter?

    Und sehe ich da wirklich zwei Körnerpunkte auf der inneren Lagerschale deines Nockenwellenlagers?

    Auf dem Obersten Bild.

  • Hai Jürgen,

    Der Motor hat laut Tacho 45.ooo km gelaufen.


    Was wie Körnermarken aussieht sind Partikel von der Dichtmasse, die am Zylinderkopfdeckel verschmiert wurde.

    Das Zeug ist weich.


    Ich glaube (muss das aber morgen noch mal prüfen)

    Der Kettenspanner drückt gegen die lange Schiene, die unten am Motorblock befestigt ist. Leider kann man das auf dem folgenden Foto nicht genau erkennen.

    IMG_20211021_103435_894.jpg

    Melde mich wieder mit neuem Foto

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • 45000km wäre eigentlich noch keine Leistung, die so eine Steuerkette so sehr längen sollte. Aber der Km-stand muss ja nicht stimmen ;)

    Dass der Spanner unten gegen die Steuerkettenschiene drückt ist richtig.

    Kenne ich.

    Doch dass die Kette so sehr am Spanner entlangschrabbelt ist mir neu.

    Aber wie gesagt, vielleicht ist das an der 350er etwas anders oder die Kette ist wirklich so locker dass...

    Wäre aber schon extrem.

  • Der Spanner aus der Motorzerlegung sah auch nicht wirlich gut aus. Aber da hat de Steuerkette ja auch schon im Schacht gearbeitet, da zumindest eine der beiden Schrauben vom Nockenwellenzahnrad nicht mehr wirklich getragen hat.


    steuerkettenspanner-02.jpg


    Im Domi-Forum wurde von einem ehemaligen HONDA Mechaniker von ca. 50.000km für eine Steuerkette gesprochen.

  • Hi,


    im Moment denke ich:

    Die Kette hat sich so wei gedehnt, dass der Spanner immer weiter ausrückt um über die Steuerkettenschiene die Kette zu straffen.

    Dabei hat er sich so weit gedreht, dass der Spanner selbst gegen die Kette reibt.

    Sozusagenn eine art Verschleissanzeige.


    Ich fahre gleich zu meinem Motor hin, setze den Kopp wieder auf um das rauszufinden.

    Bin neugierig, mache Fotos und werde berichten.

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • Nabend,


    Ich habe den Kopf wieder aufgesetzt und mit 2 Schrauben fixiert. Dann die Nockenwelle mit Steuerkette montiert.


    Und siehe da, man kann das Steuerkettenzahnrad so ausrichten, wie es im WHB sein soll. In der Position steht der Kolben laut seiner Markierung sauber auf OT.

    photo_2021-10-21_18-43-52.jpg


    Dann habe ich überprüft, ob man die Steuerkette auf dem Ritzel lupfen kann, wenn man links und rechts andrückt.

    photo_2021-10-21_18-46-38.jpg

    Ja, man kann die um 2-3mm anheben.


    Dann geht es um den Steuerkettenspanner:

    Die Kette hat sich so wei gedehnt, dass der Spanner immer weiter ausrückt um über die Steuerkettenschiene die Kette zu straffen.

    Dabei hat er sich so weit gedreht, dass der Spanner selbst gegen die Kette reibt.

    Das kann ich so bestätigen.

    Weiterhin, kann die Steuerkette, wenn sie flattert, weil der Spanner die nicht mehr korrekt spannen kann, die Fläche am Kettenspanner ausnudeln.

    photo_2021-10-21_18-56-06.jpg

    hier liegt der Kettenspanner voll verdreht auf leichtem Druck an der Gleitschiene ( kann man nicht sehen ) an.

    Die graue Fläche berührt die Kette.



    Zur Info: der Kettenspanner hat unten so einen runden Haken.

    Sieht so aus:

    photo_2021-10-21_19-05-10.jpg

    Der drückt gegen die Spannergleitschiene.

    Die Gleitschiene endet unter der grauen Fläche an dem Kettenspanner.

    Schöne Grüße, Micha.

    Et hätt noch immer joot jejange...

  • Ja wunderbar!

    Oder auch nicht.

    Aber jetzt weißt du ja wenigstens was Sache ist.

    Also neue Steuerkette und vielleicht noch eine neue Spannerfeder. den Viton O-Ring auf der Steuekettenspannerwelle erneuern (wird gern hart und kostet nicht viel). Kettenspanner würde ich lassen so lange er noch in eine Richtung sperrt.

    Warscheinlich ist die Kette ja schon ein Zahn übersprungen.

  • Hm!

    Klar kann man so weiter fahren.

    Doch will man das?

    Das muss jeder für sich entscheiden.

    Richtig ist sicherlich, den Zylinder honen zu lassen und ein Übermaßkolben zu verwenden.

    Für mich stellt sich die Frage, was ist da passiert?

    Kann es sein, dass das Motorrad für längere Zeit gestanden hat, ohne den Kolben zu bewegen und an den Stellen die Kolbenringe festgerostet waren?

  • Kann es sein, dass das Motorrad für längere Zeit gestanden hat, ohne den Kolben zu bewegen und an den Stellen die Kolbenringe festgerostet waren?

    so sieht es für mich auch aus. Ansonsten hat Jürgen alles dazu gesagt